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Usbekistan – Die Anreise

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Mittwoch, 13. März 2019

Ich bin froh keine 737 MAX in meiner heute startenden Reise eingebaut zu haben. Früh klingelt der Wecker, um 5 Uhr endet meine Nacht, um 6 sitze ich bereits im Bus auf dem Weg zum Airport, einmal noch in die S-Bahn umsteigen und nach exakt 43 Minuten stehe ich am Eurowings Priority Check-in Terminal 1 des Hamburger Flughafens.

Da ich inzwischen auf Koffer verzichte, diese eigentlich nur zur Zierde in meinem Keller stehe, werde ich mit meinen Boarding Pässen und dem Rücksack zum Sperrgepäckschalter in der hinteren Ecke des Bereichs geschickt. 

Es ist allgemein sehr leer heute morgen, nach weniger als 3 Minuten bin ich bereits auf dem Weg in die Lufthansa Business Lounge, welche ich aufgrund des Smarttarifs mit dem FTL-Status benutzen darf. Mein Frühstück nehme ich in der Lounge ein. Der Flug nach Düsseldorf geht zum Glück von A20, ganz ohne Bus. Das Boarding startet leicht verzögert, ein ehemaliger Airberlin A320 wartet auf mich. Mit der fast ausgebucht D-ABZI geht’s nach DUS, dort ebenfalls in die Lufthansa Business Lounge, auch der Anschlussflug nach Krakau ist leicht verspätet, zeitnah gehe ich zum Gate. Auch dieses Mal gibt’s einen A320, die D-AEWS bringt mich und rund 30 weitere Passagiere nach Krakau. Die Verspätung wird unterwegs wieder aufgeholt und mein Gepäck ist auch zeitnah da. 

Über den Wolken…

Mit dem Zug geht’s zum Hauptbahnhof von Krakau, sowie dort direkt ins Mercure Stare Miasto. Da ich bereits im letzten Jahr einen längeren Stopover hier verbracht habe, suchte ich mir lediglich etwas zu essen und ging ein wenig ohne Kamera spazieren. Abends gab’s noch den Welcome Drink an der Bar. 


Donnerstag, 14. März 2019 

Bereits um 5 Uhr wache ich auf, manchmal sind die Türen in Hotels ein Graus. Bis 7 schaffe ich es noch zu dösen, bevor ich aufstehe und mich fertig mache. Ich wollte den Zug um 9 nehmen, da ich kein Frühstück gebucht habe. Das Ticket habe ich schon am Vortag gekauft. Der Zug zum Flughafen braucht knappe 20 Minuten und fährt von Plattform 3 ab, da die Strecke aktuell ausgebaut wird, fährt der Zug einmal pro Stunde, eine weitere Rotation übernimmt der Bus, der für die Route ohne Stopp rund 40 Minuten benötigt. 

Am Flughafen in Krakau

Am Flughafen bereite ich noch kurz meinen Rucksack für die Reise vor, Schutzhülle drum, abschließen und zum Business Class Check-In, das gute Stück soll ja noch einige Flüge aushalten, aktuell gibt’s kein Nachfolgemodell. 

Am Check-In bekomme ich für alle drei Flüge die Boarding Pässe, jedoch kann das Gepäck nur bis Seoul durchgecheckt werden. Also muss ich es dort nochmal neu aufgeben. Nach der effizienten Security frühstücke ich in der Business Lounge, das Boarding startet pünktlich. Etwa eine Woche vor Abflug wurde die geplante 737-400 gegen eine Embraer E195 getauscht, auch auf der Langstrecke erfolgte ein Tausch von 787-8 auf die 787-9, glücklicherweise konnte ich die Reservierungen noch anpassen. 

Ich habe Glück und mein Nebensitz bleibt frei. Relativ schnell durchbrechen wir die Wolkendecke, der Service besteht aus Kaffee/Tee oder Wasser und einem Prince Polo Riegel. Pünktlich landen wir in Warschau und rollen an eine Außenposition umringt von Q400, Embraer, Dreamliner und einer 737-400. Mit dem Bus geht’s ins Terminal, ich gehe direkt zur Passkontrolle und in die dahinter im Keller liegende Lot Business Lounge. Meine Aussicht begrenzt sich auf einen weiteren Dreamliner und eine Boeing 777-300ER der Emirates, welche später Platz für einen weiteren Dreamliner der LOT macht. Die Lounge hat eine sehr gute Auswahl an warmen und kalten Speisen. Es ist genau die richtige Zeit für ein Mittagessen. Mein Flug ist bereits jetzt verspätet und die neue Boardingzeit in 15:10. 

Mittagessen in der Business Lounge

Am Gate frage ich nach einem Upgrade in die Premium Economy, Platz ist noch da, allerdings ist mir der Preis von 1.600 Zloty zu hoch. Da bleibe ich lieber bei meinem Platz am Notausgang. Wir haben eine Außenposition und fahren wieder mit dem Bus. Die SP-LSB wird mich heute nach Südkorea bringen, ausgebucht ist sie nicht. Der Abflug verzögert sich noch um einige Minuten, allerdings bleibt mein Nebenplatz frei, so kann ich gut den ersten Teil des Reiseberichts verfassen. Nach dem Essen wird’s bereits finster, über Kasachstan erfolgt die totale Finsternis. Nebenbei schaue ich Bohemian Rapsody, ein echt geiler Film!

787-9 SP-LSB LOT Polish Airlines

Die verbleibende Flugzeit versuche ich zu schlafen, von knapp 5 Stunden schaffe ich es die Hälfte zu schlafen, langsam geht die Sonne auf und wir nehmen südlichen Kurs auf Peking, doch kein Nordkorea-Überflug. Im Affenzahn geht’s auf die Zielgerade, eine gute Stunde vor der Landung gibt’s noch ein kleines Frühstück, dazu einen Kaffee – schwarz – zum Wachwerden. 

Smog in Seoul Incheon

Freitag, 15. März 2019

Die Wolken gingen nahtlos in Smog über, sodass meine Tagesplanung ausfiel und ich auf die Lounge ausweichen wollte. Freundlich wurde ich beim Aussteigen von Asiana empfangen. Es ging um mein Gepäck, welches in Krakau nur bis Seoul durchgecheckt werden konnte. Es kam die Frage, ob ich etwas bräuchte, oder ob man es bis zum eigentlichen Ziel weiterleiten sollte. Ich entschied mich für letztere Variante, was mir wohl Nerven ersparte. 

Nachdem alles geklärt war, sollte ich zur Transfer SiKo gehen, dort war nicht viel los und ich konnte direkt in die Asiana Business Lounge. Früh war noch nicht viel los, nach einem kleinen Frühstück erkundigte ich mich nach einem Schlüssel für die Dusche, als Pfand sollte ich meinen Boarding Pass für den Folgeflug lassen.

Es gibt vier Duschen in der Business Lounge und diese sind mit allem was man braucht ausgestattet. Danach nehme ich noch einen Snack und setze mich mit einem G&T ans Fenster mit Aussicht auf die Starts. Die Zeit will einfach nicht rumgehen. Ein gut sieben stündiger Flug steht noch vor mir. 

vor dem Boarding nach Tashkent

Leider hat sich der Flug um eine gute Stunde verspätet, als Grund wurde lediglich Aircraft Transit genannt, was nicht gerade hilfreich war. Boarding begann dann auch irgendwann, zunächst die Business Class und dann der gute Rest. Die Eco sah ausgebucht aus, der Sitzabstand war in Ordnung, allerdings war die Auswahl des Entertainmentsystems nicht gerade groß. Ich habe lediglich zwei Filme gesehen, zwischendrin mal geschlafen und das Dinner bzw. den Pre-Arrival Snack eingenommen. 

Abendessen bei Asiana Airlines

Der Flug verlief ohne große Vorkommnisse, ein leichtes wackeln und ein bisschen Akkrobatik beim Aufstehen und schon war ich in meinem 42. Land. Usbekistan. Usbekistan? Genau da war ich nun, am internationalen Flughafen von Tashkent. Ich konnte es noch nicht ganz glauben, dass es real war. Das Aussteigen dauerte ewig, der Gang zur Passkontrolle auch. Hier gab’s keine Sonderspuren für einheimische, jeder konnte jeden Schalter nutzen. Ich nutzte zunächst die Wartezeit um erstmal rund 100€ in usbekische So’m zu tauschen, und damit kam ich zu meiner ersten Million. 

Als ich endlich an der Reihe war, wurden mein Pass und das Flugticket skeptisch angesehen… ein Deutscher aus Korea, ohne Stempel oder sonstiges? Okay, ich erklärte, dass ich von Europa via Seoul nach Tashkent geflogen war und somit nur einen Airport Transit hatte. Alles klar? Zack war der Stempel im Pass. Übrigens seit dem 15. Januar kommt man Visumfrei nach Usbekistan. Am Rondell gefühlt kein Zentimeter platz… ich sah was grünes, verfolgte es und schon war ich wieder in Besitz meines Gepäcks, der Service von Asiana hatte den Bagtag noch ausgetauscht und wie versprochen weitergeleitet. Dankeschön. 

Wie der dumme Zufall so wollte, hat mir das Hotel auf meine Frage per Mail weder eine Antwort noch einen Fahrer geschickt, sodass ich mich ein wenig überrumpeln ließ und vermutlich trotz Handelns noch zu viel für den Weg zum Hotel gezahlt hatte. 

Freundlich begrüßt, und direkt das Gepäck vom Pagen abgenommen, wurde ich eingecheckt. Die Buchung erfolgte mit Punkten im Wyndham Tashkent. „How was your flight, Sir“, „fine, when you like to take the long Way thru Korea“. 

Zimmer 522 – Aussicht so lala. Ein Bett, ein Bad und ein Bier. Einschlafen war irgendwo nicht so leicht. Es waren doch etliche Zeitzonen, vielleicht zu viele.