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Zugfahrt nach Tbilisi (Tiflis)

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Dienstag, 10. März 2020

Mein Wecker klingelt wieder sehr früh, ich mache mich wieder fertig. In der Küche wartet bereits die reichhaltig gepackte Tüte. 

Auch der Zug wartet bereits, naja er verbringt ja die Nacht in Borjomi. Ich kaufe noch das Ticket nach Tbilisi am Schalter, bevor ich hineingehe. Am Ausgang der Station werde ich nochmal gefragt, ob ich bereits ein Ticket habe. Natürlich. Die letzten Tage fuhr der Zug immer mit einer alten, aber sehr bequemen Polstergarnitur, heute nicht, modernes Plastik sollte mich heute quälen. 

Es ist kalt im Zug. Pünktlich geht es los, ich prüfe in Borjomi nochmal die Lüftung auf der anderen Seite, hier strömt wenigstens etwas warme Luft raus, so setze ich mich nochmal um. Zwischendurch kommt der Schaffner auch mal rum und reißt die Fahrkarte ein. Entwertet. Das Ticket nach Tiflis kostet genau zwei Lari. 

Das Bild ist leider verwackelt, es standen noch insgesamt 5 Kukushka-Triebwagen in der Nähe des Bahnhofs und ca. 10 neue Wagen sowie ein paar vergammelnde.

Es ist bereits taghell, als wir den Borjomi-Fluss passieren, unterwegs werden die Schranken noch von Hand bedient, hierzu sitzt ein Bahnangestellter in einem kleinen Wartehäuschen neben der Schranke und wartet bis der Zug vorbeikommt. 

Der Zug ist gefühlt langsamer als auf der Hinfahrt vor ein paar Tagen, wir kommen nach 1:45 in Khashuri an. Der Zug füllt sich etwas, anders als in der Anzeige von Rome2Rio hält der Zug fast überall. In Gori wird der Zug voll. Es ist immer noch sehr unbequem. 

In Tiflis werden zwei Stationen angefahren. Zuerst Didube, etwas nördlich, hier ist auch der zentrale Busbahnhof für die Marshrutkas in alle Richtungen des Landes, und dann der Hauptbahnhof. An letzteren steigt nun jeder aus, auf der kurzen Strecke zwischen beiden Stationen stehen etliche alte Wagen rum, in der Ferne sehe ich auch den neuen Kiss von Stadler, dieser wird hauptsächlich zwischen Batumi und Tiflis eingesetzt. 

Beim Verlassen des Bahnhofs öffne ich Bolt und suche nach einem Fahrer, während mich die Taxi-Maffia schon erfasst hat, abwimmeln ließ er sich erst, als mein Fahrer mehrfach hupte, weil ich ihn nicht direkt gesehen habe. 

Mein Hotel liegt in einer Seitengasse im 15. Stock eines Wohngebäudes, wie es mir erst bei der Ankunft aufgefallen ist, das Hotel zu finden war selbst mit der Adresse von Google Maps und nachfragen bei Passanten sehr schwer. Irgendwann hat’s dann doch geklappt, der Preis für die Irrfahrt war überschaubar bei knapp 3€. Der Fahrstuhl ist eine Welt für sich, es funktionieren nur zwei Ziffern, 5 (als Erdgeschoss) und 15. 

Im Hotel angekommen, bekomme ich noch eine Führung durch die freien Zimmer, damit ich mir doch eins aussuchen kann… Als ich sagte, dass ich die Suite gebucht hatte, diese war lediglich 5€ teurer gewesen als das Standardzimmer, hieß es zunächst, dass es sowas nicht gäbe. Irgendwann hieß es „Family Room“. 

Ich hab dann halt den Family Room genommen, der eigentlich eine Suite ist. Irgendwie war ich doch noch etwas k.o. von der Anreise mit dem Zug und so machte ich mich lediglich frisch und suchte mir am Abend ein nettes Restaurant. Da ich auch nicht allzulang laufen wollte, wählte ich das House of Khinkali, wo ich nie ankam. Unterwegs fand ich nämlich das bread & wine sehr hübsch und entschloss mich dort einzukehren. 

Eine Entscheidung, die ich nicht bereute. Das Essen war sehr lecker und ich war letztlich pappsatt. Auf dem Rückweg nahm ich mir im Spar noch eine Flasche Wein und etwas zu essen für den morgigen Tagesausflug mit.