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Georgien – Die Anreise

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Sonntag, 1. März 2020

Fehlt noch was? Ich glaube nicht. So ging es pünktlich mit dem Regionalexpress zum Hamburger Hauptbahnhof und von dort mit dem ICE 709 Gattung „4“ nach Berlin. Die erste Klasse war nicht ausgebucht, so war der Ruhebereich des vierzehnten Wagens wirklich ruhig. Bis etwa Büchen bummelte der Hochgeschwindigkeitszug vor sich hin. 

Dennoch kamen wir pünktlich in Berlin an, nach einem Wechsel in die Regionalbahn, wo ich als einziger die erste Klasse nicht verlassen musste, ging’s zeitnah nach Schönefeld zum Flughafen. Hier zog ich noch ein paar Scheine aus dem Automaten und nahm die S-Bahn zum Hotel. 

Meininger Hotel Berlin Schönefeld-Airport

Für die letzte Nacht vor dem Flug hatte ich das Meininger Hotel gebucht. Irgendwie hatte ich vergessen, dass heute Sonntag war, so ging ich abends noch ins nahe Restaurant „Bohnsdorfer Eck“. Das letzte Mal gut-deutsche Hausmannskost für die nächsten zwei Wochen.


Montag, 2. März 2020

Die Nacht war irgendwie etwas kurz, frühes Aufstehen hasse ich wie die Pest, um Corona machte ich mir keine Sorgen, checkte jedoch nochmal kurz die Seite des AA und die „Corona-Karte“. Alles beim Alten, wie versprochen meldete ich mich nochmal beim ersten Hotel, dass ich komme. 

Mit dem Shuttle gegen 6:21 ging es zum Airport, normalerweise dauert die Fahrt 24 Minuten, weil mehrere Stopps angefahren werden, der Fahrer machte kurzerhand einen Express draus und so war ich in fünf Minuten am Airport. Am Check-In von Wizz Air in Terminal A war nichts los, das Gepäck war ich schnell losgeworden. 10,2 kg. Weit unter Limit. Da die Siko in A recht voll war, nutze ich die Kontrolle in C. Hier war es zwar auch recht voll, allerdings bewegte sich die Schlange flott, anders als in A, während ich eincheckte.  

Kontrolle ohne Nachkontrolle bzw. Wischtests, gerne immer so. Auf die Schönefelder Lounge hatte ich nicht wirklich Lust, so nahm ich mir im Shop ein frisches Brötchen und ein Wasser mit und ging direkt zum Gate, die Passkontrolle war noch recht leer und relativ zeitnah begann das Priority Boarding ins Treppenhaus, gegen 7:20 saß ich allerdings schon im Flugzeug. Ich hatte mir im Vorfeld schon bei der Originalbuchung des Exit ausgewählt, der Aufpreis war vergleichsweise gering. 

Wizz Air Airbus A320 SXF-KUT

Der Flug war nicht ausgebucht, etliche Mittelsitze blieben frei. Ich nutzte die Flugzeit zum Lesen und schreiben. Zwischendurch kam eine Ansage aus Reihe 0, das Wetter in Kutaisi war sehr gut, man erwarte über 20 Grad und Sonnenschein. Der Flug war sonst ereignislos. 

Nachdem das schwarze Meer überquert war, man konnte über die Türkei fast bis zum Mittelmeer sehen, kam der Kaukasus in Sicht. Irgendwie unfassbar nah und doch so fern. Der Sinkflug wurde eingeleitet und wir landeten vor der Zeit in Kutaisi. Begrüßt von einer Mil Mi-8 und etlichen Sicherheitskräften mit Mundschutz. Man hat Angst. Fiebermessungen fanden jedoch keine statt. 

Mil Mi-8 in KUTaisi

Da wir der einzige Flug zu dieser Zeit waren, ging die Einreise relativ flott. Und wieder eine neue Seite im Pass entjungfernt, können die nicht erstmal angefangene Seiten füllen? Zur Begrüßung gab’s noch eine kleine Flasche Wein. Die Damen waren übrigens mit Gesichtsschutzmasken ausgestattet. Aktuell ist Alarmstufe Gelb ausgerufen, wie mir mein Gastgeber vorher schon mitteilte. 

Nachdem mein Gepäck auch zeitig auf dem Band lag, ging es raus. Ich wurde nicht für den Nachscan des Gepäcks ausgewählt und konnte direkt meinen Abholer suchen. 

Auf der Fahrt zur Unterkunft erzählte er mir einiges über die Stadtgeschichte in gutem Deutsch. Unterwegs gab’s noch keine kleine Stadttour zur Orientierung. Die Wege in Kutaisi sind weit. Weiter als man sich beim Blick auf die Karte vorstellen kann. 

Nachdem wir angekommen waren, gab’s noch eine kurze Erklärung zum Bungalow und kurze Zeit später bekam ich noch zur Begrüßung Brot und Rotwein aus eigenem Anbau und traditioneller Herstellung im Krug unter der Erde. Der Wein schmeckte mir gut, das Brot sättigte mich.

Die Unterkunft in der Art des Tiny House am Rande von Kutaisi – eine sehr freundliche Gastgeberfamilie, kann ich jedem empfehlen.
Rotwein aus der eigenen Produktion.

Irgendwie war ich doch etwas kaputt von der Anreise und ruhte mich erstmal aus, bevor es zum Sonnenuntergang wieder raus ging. 

Das Wetter war angenehm frisch. Auf der Suche nach einem netten Fotospott winkte mir ein Opa zu und lud mich ein, dieses auf seiner Terrasse mit bester Sicht zu schießen. Ich bedankte mich auf Russisch, was ihn freute. Ich schritt noch ein wenig durch den dörflichen Teil Kutaisis auf der Suche nach einem weiteren Spott zum Sonnenuntergang, leider war die kleine Kapelle bereits abgeriegelt. Hier wäre der Blick ideal gewesen. 

versteckter Sonnenuntergang in Kutaisi

Ich schaute noch kurz in Richtung des Rioni-Staudamms, bevor ich im Supermarkt noch etwas zu essen und trinken mitnahm. Da mir nun doch kalt wurde, ging es zurück zur Unterkunft, ich hatte ja noch Wein. 

Und so ließ ich den Abend bei einem Glas Wein und süßem Brot mit Marmelade ausklingen.