/*

Zanzibar – Tag 5

*/

6. Aug. 2017 Ausflug zum Jozani Forest

Am Abend hatte ich mit Haji gesprochen, mich nach seinem Befinden erkundet und über einen Ausflug am Folgetag gesprochen. Er würde noch mit ein paar anderen Gästen sprechen und sich morgen früh bei mir melden. Man versucht ja immer die Preise zu drücken. Nach dem Frühstück, kennt ihr ja bereits…, sprachen wir kurz und so rief er seinen Fahrer an, diesmal ging es für mich zum Jozani Forest. Der Preis für den Taxifahrer belief sich wieder auf 35$ welche diesmal auf die Hotelrechnung kamen.

Der Preis ist vollkommen akzeptabel, zumal der Taxifahrer auch oft der Guide auf den Ausflügen ist oder in der Nähe bleibt und man sich so keine Sorge um die Rückfahrt machen muss. Ich denke aber mit Taxifahrern von der Straße kriegt man das nicht so verhandelt.


Gegen 11 war der Fahrer da, pünktlich kennt hier eh keiner. Kurze Zeit später ging es nach Süden, da ich meine Orientierung bereits am ersten Tag aber spätestens nach dem Radfahren verloren hatte, versuchte ich gar nicht die Wege nachzuvollziehen. Irgendwie sieht jede Ecke gleich aus. 

Wir wurden angehalten. Polizeikontrolle. Polizist reichte mir die Hand, begrüßte mich und fragte wo ich her käme, dann sah er sich die Lizenz vom Fahrer an und es konnte weitergehen. Weiter durch den Dschungel, vorbei an kleinen Dörfern und großen Palmen. An dieser Stelle fühlte ich mich zurück in Kuba, rote Erde, Palmen und Sträucher – hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit Vinales.

Irgendwann war die Straße mit zwei alten Ölfässern blockiert. So ganz angenehm fühlt es sich nicht an. Dann kam einer aus einer Baracke im Wald hervor, sie unterhielten sich. Mein Fahrer zeigte mal wieder seine Lizenzen, dann wurde das Fass beiseite gerollt und wir konnten passieren. Ich fragte nach, er sagte nur lapidar „Police – normal“. Weiter geht’s…

Wir kamen langsam in den Nationalpark, die Straße geht mittendurch und hier herscht Fotografieverbot. Erst im Park bei einer Tour darf man wieder fotografieren. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde und ging einmal quer durch die halbe Insel. 

Am Parkeingang angekommen ging es in ein Haus, wo sehr ausgeblichene Informationstafeln sind und auch die Kasse. Pro Person kostet der Park 10$ bzw. 20.000 TSH, nicht zu 100% inbegriffen ist der Guide, welcher sich über ein Trinkgeld finanziert. 2-3$ sind ausreichend. 

Zeitgleich kamen noch zwei weitere Besucher an, also war die Tourgruppe recht klein. Erstmal ging es um die Ecke, unser Guide musste noch was besprechen und die anderen um die andere Ecke. Nach 10 Minuten in der Sonne ginge es dann los. Erstmal eine Tour an den Pflanzen vorbei. Kleine Pflanzenkunde, ich weiß so gut wie nichts mehr davon, nur dass wir an Bäumen, Farnen und Palma vorbei sind, ich meine auch Ebenholz gehört zu haben.

Es wurde einiges über die Flora und Fauna erklärt, dann sahen wir auch mal einen winzigen Frosch, eine kleine Eidechse und die anderen eine Baumschlange, ich hörte sie nur durchs Laub flüchten. Später kamen wir noch an einem Spinnennetz mit einer feuerroten Spinne mit Scheren vorbei, ich habe leider kein Bild davon.

Als nächstes kreuzten wir die Straße und uns wurde die Affenbrücke gezeigt und ein paar Worte darüber gesagt, dass es einige Tote gegeben hatte, bevor die „Brücke“ von den Affen angenommen wurde. Auf der anderen Seite erschrak unsere Belgierin erstmal… Eine Mango viel vom Baum in der Nähe und dann begegneten wir einer Kuh.

Auf einer Lichtung kamen dann aber noch mehr seiner Artgenossen, ich musste erstmal das Objektiv wechseln und aufpassen, dass mir keiner was klaut. Denn scheu ist was anderes. Einer ist mir mal eben über die Füße gelaufen, am Eingang hieß es „haltet mindestens 3m Abstand“.

Im Jozani National Park gibt es zwei Sorten Affen. Den Red-Colobus (dt. Sansibar-Stummelaffe), dieser ist erkennbar an seinem rotbrauen Rückenfell, die Population beträgt um 1000 Tiere derzeit und den Blue-Colobus, dieser ist erkennbar an seinem dunklen Fell, welches in der Sonne bläulich schimmert. Die Population auf Zanzibar soll um 2.000 Tiere betragen, jedoch weiß niemand wie viele es wirklich von den beiden Arten sind. 

Nachwuchs ist bei dieser geringen Population ein gutes Zeichen. Dort waren wir etwa 20 Minuten, dann ging es aus dem Wald raus auf eine Schotterpiste, hier holte uns mein Taxifahrer ab, und es ging die Straße runter zum Mangrovenwald. Einen Mangrovenwald hatte ich auf Kuba bereits von nahem gesehen, vor meiner Lodge in der Bucht waren Mangroven und am Strand drei Bäume, jedoch betrat ich dort das erste Mal einen solchen Wald. 

Uns wurde ein bisschen was über den Wald und die Mangroven erklärt, das Salzwasser kommt aus der Chawka Bay, welche etwa 3km entfernt liegt. Die Ebbe ist hier wirklich nicht gering. Bei Flut soll das Wasser allerdings noch nie über den Steg gekommen sein. Mit dem Taxi zurück zum Parkeingang und dort dann den Guide ein Trinkgeld gegeben. Der aber dann etwas aufdringlich wurde. Ungefähr mit den Worten „und – Was ist mit meinem Anteil?“ 

An der Straße im Park standen Warnschilder mit der Aufschrift „Slow – Colobus Crossing“ und einer Abbildung der Affen. Am Parkausgang wollte ich eines ablichten, das ließ mein Fahrer aber nicht zu, mit den Worten „Verboten, nur im Park Fotos machen“.. Die Rückfahrt zog sich, sodass wir erst gegen 17:30 wieder in der Lodge waren. 

Letzter Abend in der Lodge und letzter Sonnenuntergang am Strand, leider. Am Abend spielten die Jungs der Besitzer und einige Jugendliche Fußball am Strand, oder so eine Art Fußball, sie standen im Kreis und passten und einer war in der Mitte. Am Abend geschah außer ein paar Gesprächen nichts mehr, wobei doch, J. und ich hatten morgen beide Abreisetag nach Stone Town und so einigten wir uns das Taxi zu teilen. 

Vor dem Essen, welches wir zusammen erwarteten gab es mal noch einen Gin&Tonic. Es gab Curry mit Rindfleisch, dazu Salat und irgendwas aus Kartoffel zum Dinner, meine Begleitung hatte soweit ich mir erinnere ein Scampi-Massaker.

Nach dem Essen hatten wir wieder einen Besucher, der sich noch verabschieden wollte. Er kletterte die Gardine hoch und war dann auf dem Dachgerüst oberhalb der Lampe und spielte Moskitojäger.