/*

Samarkand – Tag 1

*/

Sonntag, 17. März 2019

Gegen 7 wache ich auf, irgendwie ist es doch zu früh und so stehe ich um 8 Uhr auf, um festzustellen, dass keines der Bäder frei ist, also nochmal kurz zurück und einen Moment warten. Gegen 9 sitze ich bereits am Frühstückstisch. Es ist ein kleines Hostel mit gerade einmal 12 Betten verteilt auf zwei Zimmer. Zum Frühstück gibt es Weißbrot, eine undefinierbare weiße Pampe und Marmelade, darüber hinaus zwei gekochte Eier und Kaffee. 

Nach dem Frühstück packe ich meinen Rucksack mit der Kameraausrüstung, nehme das Stativ aus dem großen Rucksack und mache mich auf in die Stadt. Es ist doch anders als in Tashkent, so sind die Straßen nicht ganz so extrem voll und auch die Temperatur ist angenehmer, auch wenn es kaum kälter ist. Mein erster Stopp ist die usbekische Bank, ich tausche nochmal 100€ um, dieses Mal zum Kurs von 1€ = 9.320 So’m. 

Über dem angrenzenden Park weht die Nationalflagge Usbekistans im Wind. Durch den Park komme ich zum städtischen Theater, gerade wird scheinbar für eine Aufführung im freien geprobt. Eine Freilichtbühne ist außerdem aufgebaut, über die Straße hinweg sehe ich die erste blaue Kuppel. 

Nationalflagge im Park

Lektion 1: Straße überqueren, teilweise wird sich an die Ampeln gehalten und angehalten, in allen anderen Fällen gibt’s für Rechtsabbieger jedoch einen grünen Pfeil, entweder man ist mutig oder beeilt sich, aber manches Mal war schon echt kritisch, nicht nur bei mir selbst. 

Amir Timur – Mausoleum

Die Kuppel gehört zum Mausoleum des Amir Temurs, es ist viel los, ich suche einen weiteren Eingang und so laufe ich zunächst durch den angrenzenden Stadtteil, ein kleiner Junge rennt mit einem Drachen über die Straße, leider bleibt diese hängen und reißt ab, ich hebe ihn auf und gebe ihn dem Jungen, der sich mit einem Lächeln bedankt. Durch die Straßen schlendern erreiche ich den hinteren Eingang des Geländes, in Ruhe kann ich einige Fotos machen, bevor es weiter geht. Die Sonne knallt bereits recht stark nieder, es sind inzwischen wieder um 23 Grad. Durch den Amir Temur Park geht’s Richtung Registon, was so viel wie Platz aus Sand bedeutet. Ich schaue mich zunächst außen um, bis mich einer der vielen Securityguards anspricht, ob ich ein Ticket hätte. Natürlich hatte ich noch keines, wieso sollte ich sonst auch von Außen Bilder machen?

Registon von außen
Registon von außen II
Auf dem Registanplatz ist einiges los

Das Tor wird geöffnet und ich zu einem weiteren Herrn gebracht, der mir ohne ewiges anstellen ein Ticket für 40.000 So’m verkauft (ca. 4,30€). Das Ticket gilt den ganzen Tag. Es ist doch recht voll, man sollte sich allerdings genug Zeit lassen um alles zu sehen. Zwischendurch treffe ich den Franzosen wieder, nach einer kurzen Unterhaltung und dem betreten eines weiteren Platzes trennen sich unsere Wege wieder. Ich werde von einem jungen Mädchen angesprochen, ob ich Russische spräche, Rusky no. So bekomme ich eine sehr interessante Erklärung über das Webhandwerk auf Englisch, alle Teppiche und Tücher in dem Raum sind Handgemacht, jeder Stoff fühlt sich anders an. 

Am schönsten sind die inneren Gebäude

Ich kaufe ein kleines Stück für 15.000 So’m. Ich verbringe gute drei oder vier Stunden in der Anlange bevor ich mir auf dem Rückweg zum Hostel etwas zu essen kaufe (ca. 60 Cent) und verlasse am Abend nach einem Schläfchen nochmal das Zimmer. 

Leider ist der Registon nicht bei Nacht beleuchtet, sehr schade, die Lampen im Boden sind also nur zu Zierde. Den Rückweg mache ich vorbei am Mausoleum, welches sehr schön ausgeleuchtet wird und wo nichts mehr los ist. Bevor es zum Hostel geht komme ich noch an seiner großen Statue vorbei. In einem kleinen Bistro esse ich noch was (ca. 4€). Damit neigt sich auch der zweite Tag in Usbekistan dem Ende. Mal schauen, ob mein Plan für den Montag aufgeht. 

Registan bei Nacht
Der sitzende Amir Timur