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Bukhara – Xhiva

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Mittwoch, 20. März 2019

Gegen viertel nach zwei in der Früh klopft es an der Tür. Es ist mein Fahrer, oh Hölle auf Erden, warum ist es nur so früh, denk ich mir, packe noch meine letzten Sachen in die Jackentaschen und nehme beide Rucksäcke auf, bevor es die Treppe hinab geht. Die halbe Familie steht unten zum Verabschieden, das war doch nicht nötig gewesen. Ich überreiche der Lady noch den Schlüssel, bedanke und verabschiede mich. Ich wäre gerne länger geblieben. Die Kommunikation mit dem Fahrer ist schwer, so sprechen wir nicht die gleichen Sprachen. Die Straßen sind wieder katastrophal, zum Glück ist kein Verkehr. Die Autobahn nach Kogon ist jedenfalls nicht besser als ein asphaltierter Feldweg bei uns. Die Sicherheitsgurte haben in diesem Auto das Wort Sicherheit nicht verdient, nach knapp 25 Minuten sehe ich den Bahnhof „Buxoro Vokzal“. Kurz vor dem Zaun halten wir an, ich bedanke mich nochmal und verabschiede mich. An der Kontrollstelle zeige ich Pass und Ticket und lege meine Sachen in den Scanner. 

Alles in Ordnung und weiter geht’s zum Bahnhof zur zweiten Kontrolle, wieder Ticket und Pass zeigen und alles auf’s Band. Es piept, ich verweise auf den Gürtel und darf passieren. So richtig Lust haben die Beamten heute Nacht nicht. Einer isst Nüsse, ein anderer sieht Videos auf dem Handy, der dritte pennt. 

Nachdem ich bereits eine Stunde saß kamen zwei Angestellte der Eisenbahn, die mein Ticket sehen wollten nur mir für 20.000 So’m einen Komfortraum anpriesen, ich lehnte dankend ab, die 30 Minuten bis zur Einfahrt des Zuges wollte ich mein Gepäck nicht zweimal quer durch den Raum schleppen. 

Auf geht’s zum Zug

Und siehe da, da kommt einer den du schon kennst, es ist der Japaner aus Samarkand. Wir unterhielten uns, er sei mit dem Shared-Taxi gekommen und habe ab Buchara noch ein Ticket für die dritte Klasse nach Xhiva bekommen. Am Zug trennen sich unsere Wege für die nächsten Stunden. Ich beziehe nach der 3. Pass/Ticket Kontrolle mein Abteil der ersten Klasse. Der Zugbegleiter kommt nochmal mit Bettzeug. Später als ich bereits lag, fragte er was mit dem anderen Bett sei. Da ich nur Nr. 006 gebucht hatte, wusste ich von nichts. Er nahm sich das Bett dann selbst. 

Die Lok wurde noch getauscht, da die Strecke ab Buchara noch nicht elektrifiziert ist. Später sehe ich dann auch welche Schönheit uns gezogen hat. Irgendwann ruckeln wir los. Recht langsam, zwischendurch merke ich, dass wir hielten, scheinbar war etwas auf der Strecke oder ist diese einspurig? 

Ich schlafe recht gut bis 7 Uhr. Ein Blick aus dem Fenster versichert mir, dass wir mitten in der Wüste sind, wir fahren etwa 40-50 km/h. Es wird kalt und ich nehme mir noch die dicke Decke aus der Ablage, stelle mir für 10 Uhr noch einen Wecker und schlafe weiter. Gegen halb 10 bin ich dann auch wach und mache mich langsam fertig. Gegen 10 erreichen wir Urgench und haben noch eine knappe Dreiviertelstunde Fahrt vor uns. 

Am Ziel angekommen

Am Ziel verlasse ich den Zug und mache noch ein Foto der Zugmaschine. Am Ausgang treffe ich den Japaner wieder, so gehen wir zusammen in die alte Stadt. Unterwegs helfe ich noch ein Band von einer Laterne zu lösen. Mein Gepäck stelle ich in seinem Zimmer unter und wir finden ein nettes Restaurant beim Weg durch diese magische Filmkulisse. Es wirkt einfach wie ein Traum. Xhiva ist als Festungsanlage aufgebaut. 

Der erste Blick auf Xhiva