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Kutaisi – Tag 2 – Ausflug Teil I Prometheus Höhle

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Mittwoch, 4.3.2020

Ich machte mit Lado wieder 8 Uhr für’s Frühstück aus, es war wieder sehr reichhaltig, da ich nicht alles schaffte, stellte ich die Reste wieder in meinen Kühlschrank, es war doch zu schade zum Wegwerfen. Auf das gleiche Bild wie gestern verzichte ich mal. 

Da ich für heute die Tour gebucht hatte, ging es gegen viertel nach Neun in die Stadt, für den Weg hinab brauchte ich rund eine halbe Stunde. In meiner Vorstellung existierten hier ausschließlich russische Autos wie Lada… Ich wurde auch gestern schon getäuscht, bisher habe ich drei Lada gesehen. In Usbekistan hatte ich einmal das Vergnügen mit einem Lada ohne funktionierende Sicherheitsgurte vom Airport in Samarkand abgeholt zu werden, es war schon etwas abenteuerlich, wenn ich heute darauf zurückblicke. 

Es sollte heute wieder ein sehr warmer Tag werden, die Wettervorhersage sagte etwas um 23 Grad. Der Sommer rückte näher, wie mir erzählt wurde, regnete es die letzten Tage viel und durch die einsetzende Schneeschmelze wären die Flüsse reicher an Wasser. 

Gegen kurz vor 10 war ich am Büro von Budget Georgia angekommen, wo bereits Mari, die Verkäuferin und Vakho, mein Fahrer warteten. Und wir warteten noch ein wenig gemeinsam bis Omiko, mein heutiger Guide, eintrudelte. Es wollte anscheindend keiner mehr die Tour heute machen, also hatte ich das Vergnügen mit der Privattour ohne Aufpreis. 

Mit einem Linkslenker, die hier eher die teureren Wagen darstellen, da Rechtslenker deutlich günstiger aus Japan importiert werden, ging es durch das Straßenchaos von Kutaisi und hinaus ins Ländliche. Unterwegs erfuhr ich ein wenig mehr über die Geschichte Georgiens, vom Kaiser und Königreich über die deutschen Zwangsarbeiter (Kriegsgefangene) bis hin zur aktuellen Zeit. Deutsch als Fremdsprache sei hier im Kommen. Das kommt mir doch etwas bekannt vor, so wird meine Muttersprache im Osten doch immer beliebter als Englisch. 

Nach einer guten Dreiviertelstunde sind wir bei unserem ersten Stopp angekommen, der Prometheus-Höhle, sie ist die längste in ganz Georgien, begehbar sind knapp 1.400m und die höchste Stelle liegt nur 20 Meter unter der Oberfläche. 

Nach dem der Eintritt gezahlt ist, wird mir nochmal anhand einer Karte verdeutlicht, wie viel mal Georgisch war und welche Teile heute russisch besetzt sind, ein Teil wurde türkisch, ein anderer armenisch, ein dritter ist heute in Aserbaidschan.

Um 11 startet die Tour, eine kleine multinationale Gruppe hat sich zusammengefunden, die Erklärungen sind in Englisch und Russisch. 

Zunächst geht es rund 900 Stufen, die ich nicht gezählt habe, hinab. Man merkt wie die Temperatur in diesem Loch sinkt und gleichzeitig steigt die relative Luftfeuchtigkeit auf 97%. 

Die Gruppe soll immer beisammen bleiben, damit keiner verloren geht. Anfassen der Tropfsteine ist untersagt und auch richtig so. Ob die Felsmalerei im Eingangsbereich echt ist, wage ich zu bezweifeln. 

Die Höhle ist in 22 Kammern unterteilt, jede ist einzigartig, sechs sind zugänglich gemacht worden auf einer Länge von 1060m. Die Höhle hat eine Länge von insgesamt 11km. Sie wurde Anfang der 1980er von georgischen Speläologen entdeckt, sie ist Teil eines Höhlensystems, durch den ein Fluss geht, bisher wurden etwa 30km hiervon erforscht. Von 1990 bis 2007 war die Höhle für die Öffentlichkeit geschlossen. Seit 2010 heißt sie Prometheus-Höhle, da Kumistavi kein guter Marketingname sei (zu schwer für Ausländer).

Jeder Tropfstein anders gewachsen, nicht zu replizieren. Atemberaubend. Das trifft es wohl am Besten. 

Ich lasse die Bilder an dieser Stelle mal unkommentiert:

Durch den letzten Teil der Höhle ist der Fluss recht breit, ich hatte mich jedoch gegen die Ausfahrt mit dem Boot entschieden. 

Mit dem Bus geht es zurück zum Parkplatz, hier ist ein Markt, allerdings sind die Preise Touri-Nepp. Für einen 0,2l Becher Saft werden Preise zu 30 Lari aufgerufen. Zum Vergleich, 1€ entspricht etwa 3,1 Lari.