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Kutaisi – Tag 1

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Dienstag, 3. März 2020

Mit Lado hatte ich 8 Uhr zum Frühstück ausgemacht, es war bereits alles im Nachbarhäuschen angerichtet, als es an meiner Tür klopfte, ziemlich verschlafen machte ich auf. Geweckt hatte er mich nicht, doch war mir irgendwie noch nach Schlaf, vielleicht ein kleines Jetlag. 

Frühstück

Die Auswahl war sehr gut, heißes Wasser für Kaffee bzw. Tee war auch aufgesetzt, ich bedankte mich und wünschte ihm noch einen schönen Tag. 
Nachdem ich gestärkt war, legte ich mich noch einmal hin. Es tat sehr gut. Gegen kurz vor 12 bekam ich noch eine Nachricht bzgl. meiner angefragten Tour, man schickte mir noch die Location und bat um Bezahlung im Voraus. Ich hatte am Vorabend via Facebook mehrere Angebote erhalten, jedoch das gefundene Angebot bei Budget Georgia war für mich am besten. 

Die Unterkunft liegt nicht im Zentrum Kutaisis, dazu ist jedes Mal ein weg von gut zwei Kilometern notwendig. Mir wurde zwar das Taxi empfohlen, man solle es einfach ranwinken, ich entschloss mich jedoch zum Laufen. Bin ja noch jung. 

Typische Straße in Kutaisi

Nach einen guten halben Stunde war ich im Zentrum der Altstadt, machte noch ein paar Fotos vom Theater und dem großen Brunnen. Vorbei am Park, wo das Leben der Alten spielte, fand ich schnell das Büro. 
Nachdem die Zahlungsformalitäten geklärt waren, die Tour findet auch mit nur einer Personen statt versprach man mir, ging es Richtung Rustaveli-Brücke, ich kam gerade rechtzeitig, als eine Seilbahn losfuhr. 

Weiße Brücke (nur Fußgänger)
Stadtseilbahn

Ich entschied mich allerdings erstmal gegen eine Fahrt und nahm die Beine in die Hand und ging die Treppen hinauf. 
Durch das wieder mehr dörfliche Kutaisi suchte ich einen angenehmen Weg zur Bagrati Kathedrale, sie stach schon von weitem vor dem Gebirge in der Ferne hervor. 

Es war wirklich schon Sommer, so musste ich mich erstmal vom Pullover befreien, kaufte mir zwischendurch noch eine Cola, um auch mal Kleingeld zu bekommen. Am Eingang zur Kathedrale saßen drei Omas, die eine kleine Spende wollten. Ein Schein wäre hier wohl unangenehm gewesen, so gab ich zwei Lari. Man bedankte sich auf Russisch. 

Bagrati Kathedrale

Zunächst betrachtete ich das imposante Bauwerk von Außen und machte auch ein paar Fotos von Kutaisi von hier. Bevor ich die Kathedrale betrat, machte ich noch eine Lunch-Pause und erkundete die Ruinen. Mein Blick blieb allerdings auch einige Zeit am Rioni-Staudamm hängen. 

Blick auf Kutaisi

Über die Kettenbrücke, nein keine Kopie aus Budapest, geht’s wieder Richtung Park. Mein Gastgeber hatte mir drei gute Restaurants empfohlen, ich entschied mich für das El Paso, ein Mexikaner, der hauptsächlich Georgische Küche anbietet. 

Meskhishvili Theater 

Während des Essens beobachtete ich die Szenerie auf der Straße, die nervigsten Bettler sind wohl die kleinen Kinder, als ein ca. 5 jähriges Mädel begann eine Frau zu hauen, ist mir doch glatt das Essen von der Gabel gefallen. Ihr kleiner Freund war mir schon vor dem Weg ins Restaurant aufgefallen, er wollte mir sein Geld zeigen, dafür wollte er natürlich auch welches sehen. Nicht mit mir, Freundchen. 

Nachdem ich gestärkt und 20 Lari ärmer war, ging es einmal direkt über den riesigen Kreisel zum Brunnen. Irgendwie Lebensmüde, bei dem Verkehr, der hier teilweise kommt. Dafür gab’s aber ein paar nette Aufnahmen. 

Kolchis-Brunnen

Jedenfalls kam ich, wie man liest, lebend wieder auf die andere Seite der Straße und machte mich vorbei am Theater zur Verkündungskiche von Kutaisi. Auch hier wird viel erneuert. Mir wurde erzählt, dass die letzten fünf Jahre gar nichts gemacht wurde, erst jetzt kurz vor den Wahlen. Der nächste Stopp war die Khareba Kirche. 

Ich schritt noch ein wenig durch die Gassen, bevor es zurück in die Unterkunft ging. Bei einem Starkbier auf der Veranda genoss ich die Aussicht auf das Gebirge in der Ferne. 

Das vom Frühstück übrig gebliebene Brot hatte ich bereits für das Abendessen fertig gemacht und in den Kühlschrank gelegt, nun aß ich dieses bei einem Glas Wein, während es draußen wieder kalt und Finster wurde. 

Ich ging früh ins Bett, da ich eine große Tour am nächsten Tag im Programm hatte.