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Borjomi – Ausflug nach Bakuriani – Teil II

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Nachdem der Zug wieder am anderen Ende angekuppelt war, stieg ich im letzten Wagen ein, um doch noch ein paar andere Aufnahmen machen zu können, so war ich doch einiges fitter als auf der Hinfahrt am Morgen. Ich gehe hin und wieder auf die Plattform am Ende um ein paar bessere Aufnahmen zu machen und genieße die Zeit einfach mit aus dem Fenster schauen. Da die meisten Fenster im Wagen offen sind und ich nicht so sehr im „Zug“ sitzen möchte, nehme ich meine Sachen und stelle mich auf die Plattform zwischen den Wagen, es ist deutlich

angenehmer hier. 

Ich mache leicht rauslehnend noch ein paar Fotos als es einen lauten Knall gibt, und kurz darauf eine Vollbremsung, zum Glück konnte ich meine Kamera noch festhalten. Die Lokführer stürmten aus der Lokomotive raus und begutachteten sie. Nur was war jetzt passiert? Man merkte die große Ahnungslosigkeit, besonders als viele der Passagiere den Zug verließen und nach vorne gingen. Jeder wollte mal gucken. 

Auch ich ging „mal gucken“. Und in dem Moment dachte ich nur „heilige Scheiße“. Da stimmt etwas gewaltig nicht. Ein Zugunglück hatte ich bisher auch noch nicht, heute war ich live dabei gewesen. Der Zug, der eigentlich extrem langsam unterwegs war, ist hier kurz vor dem Bahnhof von Tba entgleist. Die drei Bahnangestellten versuchen scheinbar Hilfe zu rufen, es spricht keiner Englisch, eine Lösung hat auch keiner Parat, woher auch. 

Ich werde noch von zwei Indern angesprochen, ob man das nicht mit einem Wagenheber wieder auf die Gleise setzen kann. Zu lachen ist mir gerade nicht, doch meint er es mit todernster Miene. Auch fragt er mich, wie weit es nach Borjomi zu laufen ist, ich sage 8-10km etwa. So ganz weiß ich es selbst nicht, habe hier keinen Empfang. Der Zug braucht von hier noch etwas mehr als eine Stunde für gewöhnlich. Ich habe keine Lust hier ewig auf „Rettung“ zu warten, so mache ich mich auf den Weg nach Borjomi, denn ich habe noch zwei gesunde Beine. Allein. 

Nach gut anderthalb Stunden erreiche ich die Seilbahn, sie bringt mich wieder hinunter in die Stadt. Die Aktivitäten, welche ich heute noch vorhatte, streiche ich. Die acht Kilometer mehr hatte ich heute nicht vor. Aber manchmal passieren halt Dinge und man läuft einfach weiter. 

Am Gasthaus angekommen muss ich erstmal duschen und die Beine hochlegen. Gegen Abend gehe ich nochmal ins Old Borjomi, es war doch ganz lecker gestern. Heute bestellte ich mir ein Schweinesteak mit Pommes, es dauerte eine Weile und ich wurde erstmal enttäuscht von diesem Restaurant, die Pommes zu lang frittiert und das Fleisch trocken gebraten. Saftig ist was anderes. 

Mehr als das aufgezwungene Trinkgeld gibt es heute nicht. Auf dem Rückweg nehme ich mir noch ein Bier im Kiosk mit. Am Abend treffe ich noch eine Britin, wir unterhalten uns einige Zeit über die Aktivitäten hier und da. 

Spät geht es ins Bett…