Nordlichter in Grönland

Die Vorhersage der Nordlichter lag heute Nacht bei 33% Sichtbarkeit, es ist nicht viel, aber ich wollte es wenigstens versucht haben, wenn ich schon mal hier bin. Auf den offiziellen Seiten der Tourismusinformationen habe ich gelesen, dass man in Nuuk sogar aus dem Stadtzentrum die Nordlichter erkennen kann, wenn die Intensität über 50% ist. Die wenigen Lichter der Stadt verschmutzten die Sicht nur in geringem Umfang. In anderen Ländern müsste man mindestens 50-100km von Städten entfernt sein, um das Lichtschauspiel beobachten zu können. 

Um halb 11 verließ ich das Zimmer und suchte nach einer geeigneten Stelle, ich wollte es schließlich dunkel haben und nicht von Menschenmassen gestört werden. In der Nähe des vom Herrnhuthuset wurde ich fündig. Auch andere machten sich zu dieser späten Stunde auf den Weg hierher, jedoch nicht in meine Nähe. Ich habe bei dieser kurzen Reise nur das kleine Reisestativ dabei, weswegen ich nicht ganz so viel Bewegungsspielraum habe. 

Gegen halb 12 fing das Spektakel so richtig an. Ein grüner Schimmer, der immer intensiver wurde. Sowas atemberaubendes habe ich noch nie zuvor gesehen. Es macht wirklich Spaß dieser Erscheinung, die Inuit nennen es „Nachrichten der Ahnen“, zu beobachten. Allerdings ist der Grünton für das menschliche Auge nicht so intensiv, wie das Ergebnis auf der Kamera.

Meine Einstellungen für die Bilder waren:

  • Weißabgleich Voreinstellung „Glühbirne“
  • ISO 1600-3200 
  • Blende 2.8 oder 3.1 je nach Zoomstufe
  • Belichtungszeit zwischen 2 und 5 Sekunden

In ca. 2,5 Stunden habe ich 80 solcher Aufnahmen vor verschiedenen Hintergründen gemacht. Die Vorhersage für die nächsten Tage übersteigt 10% nicht mehr. Ich habe also alles richtig gemacht! 

Gegen halb 2 liege ich im Bett. Ein anstrengender, aber aufregender Tag war das. 

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