Ein Tag in Vilnius

Früh klingelt der Wecker, denn ich will ja noch einiges sehen, bevor ich das Land schon wieder hinter mir lassen muss… Ich schnappe mir nach dem Frühstück einen Stadtplan und male mir einen Rundgang aus, da man mir nur ein Late Check-out bis 14 Uhr anbieten konnte, checke ich bereits aus und lasse meine Sachen einschließen, da es mir sonst zu unsicher geworden wäre. 

Mein erstes Ziel führt mich hinauf zur Burg von Vilnius. Eigentlich fährt ein Lift, allerdings ist dieser angeblich defekt, denn er fuhr quasi Mitarbeiter hoch und runter. Also muss ich den doch recht unbequemen Weg selbst hinaufsteigen. Schon jetzt gibt’s schöne Ausblicke auf den Fluss und den modernen Teil der Stadt. Nach knapp zwanzig Minuten komme ich am Turm an. Aussicht über die kleine Großstadt soweit das Auge reicht. Ein Teil ist abgesperrt und abgedeckt, durch eine offene Tür erkenne ich Grabungsarbeiten… interessant. 

Der Turm beherbergt ein Museum mittelalterlicher Geschichte, der Eintritt beträgt fünf Euro. Es ist nicht viel los und der Turm kann auch erklommen werden. Ein nette kleine Ausstellung mit Speerspitzen, Waffen und Rüstungen befindet sich auf der ersten Etage. Auch ein Modell, wie die Burg einst aussah findet man hier.

Auf die weiteren Ebenen geht’s über eine steile Wendeltreppe. In einem Saal läuft ein Film mit Aufnahmen und Zeichnungen über die Geschichte der Burg, Angriffe im Mittelalter und Aussehen im frühen 20. Jahrhundert. 

Auf dem Turm geht ein mäßig starker Wind, ich bin allein, kann von der Moderne hinter dem Fluss Neris über den Berg mit den Drei Kreuzen hin zu den großen Kirchen der Stadt alles sehen. Am Fuße des Burgberges befindet sich das Großfürstliche Schloss und die Kathedrale. 

Mein Weg führt mich wieder hinab, vorbei an der Kathedrale, dem freistehenden Glockenturm durch die Straßen. Den Stadtplan hab ich in meiner Tasche vergessen. Also ziehe ich einfach so durch die Stadt. Von Kirche zu Kirche, die Gassen sind teilweise recht belebt, besonders or die Präsidentenpalast und der Universität. Viele Studenten strömen in die Hörsäle. Später komme ich am Bahnhof vorbei, hier befindet sich auch ein Eisenbahnmuseum, leider ist es geschlossen, sodass mir nur ein paar Bilder von Außen gelingen. Zwei Bahnsteige sind regulär gesperrt, diese erreicht man nur über eine Pass- und Zollkontrolle in der Unterführung. Von hier gehen die Züge nach Moskau und Minsk ab. 

Langsam mache ich mich auf den Weg zurück zum Hotel, schaue unterwegs noch in einem Café vorbei, um mich aufzuwärmen. Die Kälte ist aushaltbar, unterschätzen sollte man dies jedoch nicht. Im Hotel löse ich meine Sachen aus und mache mich zurück zur Bushaltestelle, wo ich gestern Abend angekommen bin. 

Nachdem ich noch einen früheren Bus erwische und das Ticket beim Fahrer gelöst habe, geht’s direkt zum Flughafen, wo ich eine knappe halbe Stunde später wieder ankomme. Die Sonne geht schon früh unter, es dämmert bereits. Ich muss zunächst durch die Ankunftshalle, mit dem Fahrstuhl hoch und nochmal die Straße überqueren, bevor ich im Terminal bin.

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